Vielleicht
haben die auch schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Sie sich nach
Entspannungsübungen oder therapeutischen Entspannungsmaßnahmen zwar entspannter
fühlen, aber dies nur kurze Zeit anhält und die Verspannungen kehren zurück.
Der Grund liegt häufig daran, dass wir an der sensomotorischen
Amnesie leiden.
Unsere
Bewegungsabläufe und die damit verbundenen An- und Entspannungen von Muskeln
werden vom Gehirn (sensorische und motorische Rindenfelder) unbewusst
(automatisch) gesteuert. Das ist auch gut so, da wir sonst bei jedem Schritt
überlegen müssten, welche Muskeln und Muskelgruppen jetzt angespannt bzw.
entspannt werden müssen. Von unseren ca. 600 Muskeln können wir aber nur ca. 20
% bewusst an- und entspannen.
Auch in
Stress- oder Gefahrensituationen reagieren wir automatisch. Unser Körper
schüttet jetzt die Stresshormone Adrenalien und Cortisol usw. aus. Gleichzeitig spannt sich unsere Hals-
und Nackenmuskulatur an, wir ziehen gewissermaßen den Kopf ein. Dies ist ein
uraltes Überlebensprinzip des Menschen. Auf diese Reaktionen folgte früher
immer eine körperliche Aktivität, entweder nahm man den Kampf oder die Flucht
auf. Dabei wurden die Stresshormone wieder abgebaut und in der folgenden
Ruhephase konnte die Muskulatur entspannen. Heute ist dies anders und die
körperliche Aktivität kommt in unserer Zeit zu kurz. In der Folge werden die
Muskelanspannungen chronisch und haben häufig Schmerzen zur Folge.
Unser
Gehirn ist so angelegt, dass es Informationen und Kenntnisse welche nicht
regelmäßig gebraucht werden in tieferen Gehirnschichten ablegt. Auch dies ist
ein Überlebensprinzip des Menschen. Kommen jetzt durch chronische Anspannung
von der Muskulatur nur noch Anspannungsinformationen im Gehirn an, ist die
Kenntnis für entspannte Muskeln nicht mehr präsent und in tieferen Schichten
abgelegt. Diesen Vorgang nennt man sensomotorische
Amnesie. Dies erklärt, warum wir uns häufig auch nach Ruhephasen nicht
entspannt fühlen. Unser Körper lässt die Anspannung der Muskulatur nicht völlig
los, dies führt zu einem dauerhaften Energieverbrauch. Vergleicht man unsere
Muskulatur mit einem Automotor, dann wären Ruhephasen sozusagen der Leerlauf
und körperliche Anstrengungen Vollgas des Motors. Können wir in Ruhephasen die muskulären Anspannungen nicht vollständig abbauen, ist das
der gleiche Effekt, als wenn wir im Stillstand des Autos immer leicht auf das
Gaspedal treten. Beides führt zu ununterbrochenen unnötigen Energieverlusten.
Durch die sensomotorische Amnesie erklärt sich, warum wir häufig
feststellen, dass Entspannungsmaßnahmen oder Entspannungsübungen zwar eine
Linderung bringen, aber nach ein paar Tagen ist alles wieder beim Alten und die
Verspannungen sind zurückgekehrt. In unserem Gehirn kommt in diesen Fällen
keine Entspannungsinformation an. Die Entspannung wirkt nur lokal. Der Körper
fällt also in das gewohnte und im Gehirn präsente Muster der Anspannung zurück.
Der vitametische Impuls wird an der seitlichen Halsmuskulatur
mit einer Geschwindigkeit von 40 - 50 ms ausgeführt. Dies entspricht der Frequenz
eines Nervenimpulses im entspannten Zustand. (normalerweise beträgt die
Taktfrequenz im Nervensystem 25 Hertz = 40 ms). Beim Gehirn kommt jetzt die
Entspannungsinformation der Hals- und Nackenmuskulatur an. Jetzt wird die in
tieferen Gehirnschichten liegende Entspannungsinformation wieder in die sensomotorischen Rinderfelder geholt. Die
Entspannungsinformation wird vom Gehirn an die gesamte Muskulatur
weitergeleitet und es setzt ein Entspannungsprozess der gesamten Muskulatur
ein. Aber auch ein erster vitametischer Impuls hält nur eine begrenzte Zeit an, man
verfällt wieder in die sensomotorische Amnesie und
die Anspannung der Muskulatur setzt wieder ein.
Ich
vergleiche die sensomotorische Amnesie gern mit einer
Fremdsprache, welche man einmal gelernt hat und dann nicht mehr regelmäßig
spricht. Die Fremdsprache ist nicht mehr präsent und in tieferen
Gehirnschichten abgelegt, man muss für die einzelnen Vokabeln länger überlegen.
Um die Sprachkenntnisse aufzufrischen wird dann häufig ein Sprachkurs belegt.
Nach dem ersten Besuch des Kurses denkt man vielleicht den nächsten Tag noch in
der Fremdsprache, aber dann wird es schon wieder weniger. Eine Woche später hat
man dann den nächsten Kursabend und die Fremdsprache wird schon präsenter. Nach
mehreren Besuchen fühlt man sich wieder fit in der Fremdsprache. Dies hält so
lange an, wie man die Fremdsprache regelmäßig gebraucht.
Mit der
Vitametik ist es ähnlich. Zunächst einmal sind in der Einstiegsphase, abhängig
von den individuellen Umständen, ca. 4-6 Anwendungen in einem Wochenabstand
erforderlich. Dann hat man in der Regel die sensomotorische
Amnesie zunächst überwunden und ist wieder in der Lage Anspannungen der
Muskulatur in Ruhephasen zu lösen. Nun folgt eine Stabilisierungsphase von ca.
4- 6 Anwendungen in der man die Abstände zwischen den einzelnen Anwendungen
jeweils um eine Woche steigert. Danach ist es empfehlenswert zu Erhaltung
dieses Zustandes die Anwendungen ca. 4 bis 6 mal im
Jahr, auch ohne unmittelbare Beschwerden zu wiederholen.
Weitere
ausführliche Informationen zur sensomotorischen
Amnesie finden Sie:
Artikel:
COMED Sensomotorische Anmnesie – die
verlernte Entspannung, Volker Hoffmann
Den Artikel
finden sie auf der Seite des Berufsverband für
Vitametik e.V.:
http://www.vitametik.de/cms/presse/presse-veroeffentlichungen/artikel/comed-verlag-fuer-complementaer-medizin-30112009/
oder beim
COMED Verlag unter: http://www.comed-online.de
Bücher:
Volker Hoffmann
Vitametik-
Eine Antwort auf Stress
Ettlingen:
Art & Grafik Verlag 2005
Preis:
18,00 €
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erhalten Sie entweder hier
oder bei
mir in der Praxis
Hanna
Thomas
Beweglich
sein ein Leben lang
München: Kösel Verlag 2003